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30. Januar 2017 – Konflikte vermeiden durch Testamentsgestaltung – Das Vorausvermächtnis

Das Vorausvermächtnis ist eine interessante Möglichkeit, um einzelne Nachlassgegenstände so unter den Erben aufzuteilen, wie es der Erblasser möchte. Unter einem Vorausvermächtnis versteht man, dass ein Erbe zusätzlich zu seinem Erbteil noch ein Vermächtnis bekommt.

Erben sollen einzelne Gegenstände für sich allein bekommen

Oft gibt es die Situation, dass zwar mehrere Personen erben sollen. Bestimmte Gegenstände, aus praktischen oder persönlichen Gründen, soll dann aber nur ein Erbe allein bekommen. Er soll allein über einen Gegenstand verfügen können, z.B. ihn verkaufen oder für sich allein besitzen.

Wird dazu nichts im Testament geregelt, braucht es bei mehreren Erben für die Verfügung über einzelne Gegenstände aber immer die Zustimmung aller Erben in der Erbengemeinschaft. Hier sind Konflikte unter den Erbe vorprogrammiert und es kann passieren, dass der Erbe gar nicht den ihm zugedachten Gegenstand erhält.

Teilungsanordnung führt zu Ausgleichszahlungen unter den Erben

Eine mögliche Lösung für dieses Problem ist die Teilungsanordnung nach § 2048 BGB.

Dabei können einzelne Gegenstände den jeweiligen Erben speziell zugeordnet werden

Beispiel: Beide Kinder sollen erben. Von den Erbschaftssachen soll die Tochter aber das Haus und der Sohn den Porsche bekommen.

Nachteil der Teilungsanordnung ist aber die Ausgleichspflicht nach §§ 2050, 2052 BGB. Das bedeutet: Ist das Haus mehr wert als der Porsche, dann muss die Tochter einen wertmäßigen Ausgleich an den Sohn zahlen.

Einfache Verteilung durch Vorausvermächtnis

Will man eine solche Ausgleichspflichten nicht, sondern einfach nur die Gegenstände verteilen, ist es die bessere Lösung, ein Vorausvermächtnis nach § 2150 BGB anzuordnen. Dadurch kann es zu noch weniger Konflikte kommen, weil keine Zahlungsansprüche unter Erben bestehen.

Durch das Vorausvermächtnis bekommt der Erbe nämlich einen Vermögensvorteil zusätzlich zu seiner eigentlichen Erbquote.

Tipp: Da Vorausvermächtnis und Teilungsanordnung eine ähnliche Wirkung haben, sind die Grenzen zwischen beidem fließend. Bei der Formulierung des Testamentes ist deshalb eine ganz deutliche klare Wortwahl notwendig, damit klar wird, was von beidem gewollt ist und nicht im Erbfall Streit über die Auslegung einer unklaren Formulierung aufkommt.

Bei der Gestaltung und Formulierung ihres Testamentes unterstützen wir sie gerne.

 

Ihr Ansprechpartner für Erbrecht:

Rechtsanwalt Alexander Grundmann in Leipzig

 

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